Der Neuseeländer Robin McKenzie veröffentlichte 1981 sein Konzept zur Behandlung von Rücken- und Nackenschmerzen. Seitdem wird in vielen Ländern nach dieser Methode therapiert. Besonders bekannt ist diese Art der Behandlung bei Bandscheibenvorfällen, wie sie in der heutigen Zeit häufig vorkommen. Der Patient liegt hierbei auf dem Bauch und der Therapeut gibt einen Druck mit seinen Händen in das betroffene Segment an der Wirbelsäule. Durch diesen mechanischen Druck schiebt sich der Bandscheibenkern, der sogenannte Nucleus, vom Nerv weg in die Bandscheibe zurück. Die Schmerzen in Beinen oder Armen werden weniger, können jedoch am Rücken zunehmen. Dieses Phänomen nennt man Zentralisation und ist ein gutes Zeichen. Zur Intensivierung und Eigendurchführung der Behandlung gibt es verschiedene Hilfsmittel und Ausgangspositionen, die der Therapeut je nach Befund erläutert und als Hausaufgabe mitgibt. Somit ist auch zuhause selber eine schnelle Hilfe möglich.

Mit dem Medical Taping Concept wird das Gewebe unterstützt und die Bewegungsfreiheit bleibt erhalten. Dadurch wird der körpereigene Erholungsprozess aktiviert, statt sich einer passiven Maßnahme zu ergeben. Die hautfreundlichen Eigenschaften des Tapes sorgen außerdem dafür, dass das Tape über einen längeren Zeitraum hinweg getragen werden kann. Die beklebten Hautstellen sollten vorher enthaart werden.

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts entwickelte sich in Europa die Kunst des Bone-Setting (Einrichten von Knochen und Gelenken). Seit dieser Zeit war sie Gegenstand wissenschaftlicher Forschung und wurde meist als Bestandteil der Chirurgie betrachtet. Zum damaligen Zeitpunkt waren die heutzutage üblichen bildgebenden Verfahren noch nicht entwickelt, sodass sich die Ärzte allein auf die klinischen Befunde verlassen mussten. Dabei entwickelten sich die klinischen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden und das Wissen über die funktionelle Anatomie insbesondere in Bezug auf Knochen, Bänder und Muskulatur. Ein zentrales Thema der „Bone-Setter“ waren tastbare Gelenkfehlstellungen, die sie ursächlich als muskulär ausgelöst betrachteten und auch entsprechend behandelten. Der US-Amerikaner Andrew Taylor Still begründete vor über 130 Jahren die Osteopathie. Es wird davon ausgegangen, dass er zu diesem Zeitpunkt die Methode des Bone-settings kannte und möglicherweise auch beherrschte. Der Begriff Osteopathie (dt. „Leiden“) beschreibt im Bereich der Alternativmedizin verschiedene Krankheits- und Behandlungskonzepte. In Europa werden darunter unterschiedliche befunderhebende und therapeutische Verfahren verstanden, die manuell, also mit den bloßen Händen des Behandlers ausgeführt werden. Nach Still hängen alle Körperfunktionen von der Ver- und Entsorgung durch das Gefäß- und Nervensystem ab. Arterienverkalkung, blockierte Gelenke oder verspannte Muskeln können die Versorgung des Körpers durch den Blutkreislauf und das Lymphsystem behindern und führen zu Symptomen. Bei Störungen der Versorgung wird der Körper laut Still versuchen, dies zu kompensieren. Der Osteopath kann nach seiner Theorie mit den Händen die „Grundspannung“ von Muskeln, Knochen und Gelenken feststellen und so gestörte Funktionen erkennen. Nach Auffassung Stills heilt sich der Körper bei Störungen grundsätzlich selbst, und es ist nicht möglich, ihn von außen zu heilen. Die Osteopathie soll die Selbstheilungskräfte aktivieren und fördern. Allgemein gehen Osteopathen grundlegend davon aus, dass eine perfekte Ausrichtung des muskuloskelettalen Systems Hindernisse in Blut- und Lymphgefäßen eliminiere und so zu einem optimalen Gesundheitszustand führe. Zur Erreichung der idealen Ausrichtung wurden eine Reihe manipulativer Techniken entwickelt. International ist die Begriffabgrenzung schwierig, da in verschiedenen Ländern unterschiedliche Berufsgruppen unterschiedliche Behandlungsformen als Osteopathie bezeichnen und darüber hinaus auch die Lehre uneinheitlich ist, weshalb verschiedenste Zertifikate und Diplome in diesem Bereich verliehen werden.

Die Wärmetherapie ist eine der ältesten Medizinverfahren, ihr wird eine heilende Wirkung zugesprochen. Im Bereich der Physiotherapie wird diese Behandlung nur lokal durchgeführt, meistens am Rücken, oder im Nackenbereich um Verspannungen der Muskulatur zu lindern und das Gewebe für die Therapie vorzubereiten. Zusätzlich stellt die Wärmetherapie einen entspannenden Ausklang für vorangegangenes Training dar, da es den Stoffwechsel noch mal richtig ankurbelt und somit den Erfolg verbessert.

Fango (italienisch: Schlamm) ist ein feingemahlenes Vulkangestein, das mit Wasser versetzt zu einer breiartigen Masse vermischt wird. Diese wird nach kurzem Abkühlen mit ca. 45 ° Celsius für 20 - 30 Minuten angelegt. Bei entsprechender Bedeckung mit Tüchern und Wolldecken vermittelt diese Packung einen gut verträglichen Wärmestrom in die Haut. Die lokale Erwärmung (meist des Rückens) dient zur Mehrdurchblutung und Entspannung. In vielen Fällen kommt es dadurch auch zu einer Schmerzlinderung. Die zusätzlich auftretende Schweißsekretion unterstützt die Entschlackung bzw. Entwässerung und hilft der Gewichtsreduzierung passiv nach.

Heißluft/Rotlicht
Die Rotlichtbestrahlung ermöglicht eine Erwärmung des Gewebes ohne direkten Kontakt mit dem Wärmeträger. Es kommt innerhalb kürzester Zeit zu einer oberflächlichen Mehrdurchblutung, welche auch nach der Behandlung oft über eine Stunde andauert. Die Durchblutungssteigerung der Körperoberfläche ermöglicht einen besseren Abtransport von Stoffwechselprodukten. Dadurch können Sauerstoff und körpereigene Abwehrstoffe vermehrt herantransportiert werden. Rotlicht dient somit zur Bekämpfung subakuter, sowie chronischer Entzündungsprozesse. Akute Entzündungen sind eine Kontraindikation, da diese sonst verstärkt werden. Weiterhin wirkt die Wärme des Rotlichts auch spannungslösend auf Muskulatur, sowie reflektorisch auf Eingeweideorgane, was oft als schmerzlindernd empfunden wird.

Heiße Rolle
Sie ist ein ebenso einfacher, wie wirkungsvoller Wärmeträger. In ein trichterförmig fest aufgerolltes Frottierhandtuch wird kochendes Wasser gefüllt und während der Behandlung schichtweise abgerollt. Die Hitze wird jeweils nur kurz auf die Haut aufgedrückt. Lokale kurze Hitze wirkt im Gegensatz zu Wärme schwellungsreduzierend. Positiv wirkt sich die heiße Rolle bei schmerzhaften Funktionsstörungen des Bewegungsapparates aus, insbesonders bei Muskelverspannungen, Myogelosen und reflektorisch auf innere Organe.

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